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from Act I, Scene 2 of the German opera Die Meistersinger von Nürnberg by Richard Wagner
Libretto: Richard Wagner

Role: David, apprentice of Hans Sachs
Voice Part: tenor       Fach: lyric tenor
Setting: a makeshift arena, Nuremburg, Germany, mid-sixteenth century
Synopsis: David gives Walter, the new candidate for the Mastersingers Guild, a rundown of all the different confusing rules of the Guild that Walter will have to follow in order to gain admission to the Guild.
Range: Tessitura:
C#/Db3 - A#/Bb4F3 - G4
Translations/Aria Texts:
Libretto entered by Mike Richter (added 1999-05-11)
Schuhmacherei und Poeterei, David's aria from Die Meistersinger von Nürnberg

Mein Herr! Der Singer Meisterschlag
gewinnt sich nicht an einem Tag.
In Nüremberg der grösste Meister
mich lehrt die Kunst Hans Sachs;
schon voll ein Jahr mich unterweist er,
dass ich als Schüler wachs.

Schuhmacherei und Poeterei,
die lern ich da alleinerlei;
hab ich das Leder glatt geschlagen,
lern ich Vokal und Konsonanz sagen;
wichst ich den Draht erst fest und steif,
was sich dann reimt, ich wohl begreif.
Den Pfriemen schwingend
im Stich die Ahl,
was stumpf, was klingend,
was Mass, was Zahl -
den Leisten im Schurz,
was lang, was kurz,
was hart, was lind,
hell oder blind,
was Waisen, was Milben,
was Klebsilben,
was Pausen, was Körner,
was Blumen, was Dörner, -
das Alles lernt ich mit Sorg und Acht:
wie weit nun, meint Ihr, dass ich's gebracht?

Ja, dahin hat's noch gute Ruh!
Ein "Bar" hat manch Gesätz und Gebänd,
wer da gleich die rechte Regel fänd, -
die richt'ge Naht
und den rechten Draht,
mit gut gefügten Stollen
den Bar recht zu versohlen.
Und dann erst kommt der Abgesang,
dass er nicht kurz, und nicht zu lang,
und auch keinen Reim enthält,
der schon im Stollen gestellt.
Wer alles das merkt, weiss und kennt,
wird doch immer noch nicht Meister genennt.

Ja - hätt ich's nur selbst schon zum Singer gebracht!
Wer glaubt wohl, was das für Mühe macht!
Der Meister Tön und Weisen,
gar viel an Nam und Zahl,
die starken und die leisen,
wer die wüsste allzumal!
Der kurze, lang und überlang Ton,
die Schreibpapier-, Schwarz-tintenwei,
der rote, blau und grüne Ton;
die Hageblüh-, Strohhalm-, Fenchelweis,
der zarte, der süsse, der Rosenton;
der kurzen Liebe, der vergess'ne Ton,
die Rosmarin-, Gelbveigleinweis,
die Regenbogen-, die Nachtigallweis';
die englische Zinn-, die Zimmtröhrenweis,
frisch Pomeranzen-, grün Lindenblüh'weis;
die Frösch-, die Kälber-, die Stieglitzweis',
die abgeschiedne Vielfrassweis,
der Lerchen-, der Schnekken-, der Bellerton;
die Melissenblümlein-, die Meiranweis',
gelb Löwenhaut-, treu Pelikanweis';
die buntglänzende Drahtweis'

Das sind erst die Namen; nun lernt sie singen,
recht wie die Meister sie gestellt.
Jed' Wort und Ton muss klärlich klingen,
wo steigt die Stimm und wo sie fällt;
fangt nicht zu hoch, zu tief nicht an,
als es die Stimm erreichen kann.
Mit dem Atem spart, dass er nicht knappt,
und gar am End überschnappt;
vor dem Wort mit der Stimme ja nicht summt,
nach dem Wort mit dem Mund auch nicht brummt.
Nicht ändert an Blum und Koloratur,
jed' Zierat fest nach des Meisters Spur.
Verwechseltet Ihr, Ihr würdet gar irr;
verlört Ihr Euch, und kämt ins Gewirr: -
wär' sonst Euch Alles auch gelungen,
da hättet Ihr gar versungen! -
Trotz grossem Fleiss und Emsigkeit,
ich selbst noch bracht es nicht so weit.
so oft ich's versuch, und's nicht gelingt,
die Knieriem-Schlagweis' der Meister mir singt.
Wenn dann Jungfer Lene nicht Hilfe weiss,
sing ich die eitel Brot- und Wasserweis'.
Nehmt Euch ein Beispiel dran,
und lasst vom Meisterwahn!
Denn Singer und Dichter müsst Ihr sein,
eh Ihr zum Meister kehret ein.

Wartet nur! Gleich! -
(schnell wieder zu Walther sich wendend)
Wer "Dichter" wär'?
Habt Ihr zum Singer Euch aufgeschwungen,
und der Meister Töne richtig gesungen;
fügtet Ihr selbst nun Reim und Wort,
dass sie genau an Stell und Ort
passten zu eines Meisters Ton,
dann trügt Ihr den Dichterpreis davon.

Oho! jawohl! Denn helf ich euch nicht,
ohne mich wird alles doch falsch gericht't! 
Damit, Herr Ritter, ist's so bewandt: -
der Dichter, der aus eignem Fleisse
zu Wort und Reimen, die er erfand,
aus Tönen auch fügt eine neue Weise:
der wird als Meistersinger erkannt.

Was mach Ihr denn da? 
Ja, fehl ich beim Werk,Verkehrt nur richtet ihr
Stuhl und Gemerk! Ist denn heut Singschul'? 
Dass ihr's wisst! Das kleine Gemerk! Nur Freiung ist.

Ja, lacht nur zu! Heut bin ich's nicht.
Ein andrer stellt sich zum Gericht;
der war nicht Schüler, ist nicht Singer,
den Dichter - sagt er - überspring' er;
denn er ist Junker,
und mit einem Sprung er
denkt ohne weitre Beschwerden
heut hier Meister zu werden.
Drum richtet nur fein
das Gemerk dem ein!
Dorthin! Hierher! Die Tafel an die Wand, 
so dass sie recht dem Merker zur Hand! 
(zu Walther sich umwendend)
Ja, ja dem Merker! Wird Euch wohl bang?
Vor ihm schon mancher Werber versang.
Sieben Fehler gibt er Euch vor,
die merkt er mit Kreide dort an:
wer über sieben Fehler verlor,
hat versungen und ganz vertan!
Nun nehmt Euch in Acht:
Der Merker wacht!
Glück auf zum Meistersingen!
Mögt Euch das Kränzlein erschwingen!
Das Blumenkränzlein aus Seiden fein,
wird das dem Herrn Ritter beschieden sein?
Sounds:
none
Sheet Music/Scores:
none
Recordings:
none
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