Verachtet mir die Meister nicht, Sachs's aria from Die Meistersinger von Nürnberg Verachtet mir die Meister nicht, und ehrt mir ihre Kunst! Was ihnen hoch zum Lobe spricht, fiel reichlich Euch zur Gunst. Nicht Euren Ahnen, noch so wert, nicht Eurem Wappen, Speer noch Schwert, dass Ihr ein Dichter seid, ein Meister Euch gefreit, dem dankt Ihr heut Eu'r höchstes Glück. Drum, denkt mit Dank Ihr dran zurück, wie kann die Kunst wohl unwert sein, die solche Preise schliessest ein? Das unsre Meister sie gepflegt grad recht nach ihrer Art, nach ihrem Sinne treu gehegt, das hat sie echt bewahrt: blieb sie nicht adlig, wie zur Zeit, da Höf und Fürsten sie geweiht, im Drang der schlimmen Jahr blieb sie doch deutsch und wahr; und wär sie anders nicht geglückt, als wie, wo Alles drängt und drückt, Ihr seht, wie hoch sie blieb im Ehr: was wollt Ihr von den Meistern mehr? Habt Acht! Uns dräuen üble Streich: - zerfällt erst deutsches Volk und Reich, in falscher wälscher Majestät kein Fürst bald mehr sein Volk versteht, und wälschen Dunst mit wälschem Tand sie pflanzen uns in deutsches Land; was deutsch und echt, wüsst keiner mehr, lebt's nicht in deutscher Meister Ehr. Drum sag ich Euch: ehrt Eure deutschen Meister! Dann bannt Ihr gute Geister; und gebt Ihr ihrem Wirken Gunst, zerging in Dunst das heil'ge röm'sche Reich, uns bliebe gleich die heil'ge deutsche Kunst!