Nun hört, und versteht mich recht!, Pogner's aria from Die Meistersinger von Nürnberg Nun hört, und versteht mich recht! - Das schöne Fest, Johannistag, ihr wisst, begehn wir morgen: auf grüner Au', am Blumenhag, bei Spiel und Tanz im Lustgelag, an froher Brust geborgen, vergessen seiner Sorgen, ein jeder freut sich wie er mag. Die Singschul,ernst im Kirchenchor die Meister selbst vertauschen; mit Kling und Klang hinaus zum Tor auf offne Wiese ziehn sie vor; bei hellen Festes Rauschen das Volk sie lassen lauschen dem Freigesang mit Laienohr. Zu einem Werb- und Wettgesang gestellt sind Siegespreise, und beide preist man weit und lang, die Gabe wie die Weise. Nun schuf mich Gott zum reichen Mann; und gibt ein jeder, wie er kann, so musste ich wohl sinnen, was ich gäb zu gewinnen, dass ich nicht käm zu Schand: so hört denn, was ich fand. In deutschen Landen viel gereist, hat oft es mich verdrossen, dass man den Bürger wenig preist, ihn karg nennt und verschlossen. An Höfen, wie an niedrer Statt, des bittren Tadels ward ich satt, dass nur auf Schacher und Geld sein Merk der Bürger stellt. Dass wir im weiten deutschen Reich die Kunst einzig noch pflegen, dran dünkt ihnen wenig gelegen. Doch wie uns das zur Ehre gereich, und dass mit hohem Mut wir schätzen, was schön und gut, was wert die Kunst, und was sie gilt, das ward ich der Welt zu zeigen gewillt; drum hört, Meister, die Gab, die als Preis bestimmt ich hab! Dem Singer, der im Kunstgesang vor allem Volk den Preis errang, am Sankt-Johannis-Tag, sei er wer er auch mag, dem geb ich, ein Kunst-Gewogner, von Nürenberg Veit Pogner, mit all meinem Gut, wie's geh und steh, Eva, mein einzig Kind, zur Eh'.